Lohgraben Coburg
Anerkennung, Coburg 2020
AUF DER SPUR DES HAHNFLUSSES Für die städtebauliche Entwicklung der Steinwegvorstadt waren der Steinweg als Handelsstraße und der ehemalige Hahnfluss als Versorgungsader wichtige strukturgebende Elemente. Während der Steinweg auch heute noch als urbane Ader mit Geschäften, Gastronomie und Unterhaltungsangeboten das Quartier prägt und als wichtige Verbindung zwischen der Coburger Altstadt und der mittelalterliche Burganlage „Veste Coburg“ fungiert, wurde der Lohgraben durch die Verrohrung des Hahnflusses seiner Vitalität beraubt.
Um den Lohgraben als durchgrünten, lebendigen Freiraum zu revitalisieren, wird der Verlauf des Hahnflusses durch ein „blaugrünes Band“ nachgezeichnet und das Element Wasser wieder erlebbar gemacht. Dieses multifunktionale Band sammelt und speichert das Regenwasser, macht es in offenen, wegbegleitenden Wasserbändern erlebbar, bewässert artenreiche Blühstreifen und wird partiell zum Sitz- und Spielelement.
Die derzeit, durch Hinterhöfe und Einfahrten geprägte, bauliche Rückseite des Lohgrabens erhält dadurch eine gestalterische „Fassung“ und wird zur belebten Vorderseite mit vielfältigen Nutzungsangeboten. Plätze unterschiedlicher Größe, Nutzung und Charakteristik werden durch das „blaugrüne Band“ entlang des Lohgrabens miteinander verbunden und zu einer kleinräumigen Freiraumfolge mit eigener Atmosphäre und hoher Aufenthaltsqualität qualifiziert. Der raumprägende Baumbestand entlang des Lohgrabens, der Schenkgasse und der Gerbergasse wird erhalten und durch heimische Baumarten wie Hainbuchen, Spitzahorn und Silberlinden zu einem Gehölzsaum ergänzt und mit artenreichen, pflegeextensive Wiesenmischungen unterpflanzt.



