Neue Harth

Masterplan, Zwenkau 2015

Im Jahr 2015 wurde der Zwenkauer See nach rund 15 Jahren Bergbausanierung und Flutung erstmals wieder für den Wassersport freigegeben. 2014 wurde ein städtebaulich-landschaftsarchitektonischer Ideenwettbewerb für das Nordufer ausgelobt; der Entwurf von Franziska Schieferdecker mit Labor4+ floss maßgeblich in unseren Masterplan ‚Neue Harth‘ (2015) ein. Ziel ist eine behutsame Entwicklung von touristischen Dörfern, Sport- und Naherholungsangeboten sowie die Herausbildung eines eigenständigen, lebendigen Landschaftsbildes. Zuvor haben wir „Was war / Was ist“ analysiert, um sinnvolle Anknüpfungspunkte für die neue Strategie zu identifizieren. Der Masterplan betont den gemeinsamen Seenverbund Zwenkauer See / Cospudener See als Erholungs- und Aktivraum für Leipzig, Markkleeberg und Zwenkau – und hebt Chancen, Herausforderungen sowie Standortverantwortung für Bevölkerung, Politik und Wirtschaft hervor.

Landschaftsmosaik: Wir streben einen strukturreichen Landschaftsraum rund um den Zwenkauer See an, inspiriert vom früheren Kulturlandschaftsmosaik aus Offenland, dichten Waldstrukturen, Auwäldern, Wasserflächen und Wasseradern. Für Natur und Landschaft fokussieren wir intensive touristische Nutzungen am Nordufer und am Kap Zwenkau, während westliche und östliche Uferbereiche Arten- und Biotopschutz vorbehalten bleiben und als Ausgleichflächen für bauliche Interventionen dienen.

Neuer Wald: Das Leitbild für die Renaturierung des Nordufers orientiert sich an der potenziell natürlichen Vegetation. Im nördlichen Bereich planen wir, im Anschluss an den Leipziger Auwald, einen artenreichen ökologischen Waldumbau durch Aufforstung unter Berücksichtigung der zu erwartenden Standortverhältnisse – mit Klimaxbaumarten wie Stieleiche und Hainbuche, ergänzt durch Pionierarten.

Auen- und Ufervegetation: Die südlich anschließenden Sukzessionsflächen überlassen wir der natürlichen Wiederbesiedlung mit möglichst geringen Eingriffen. Um die Sukzession zu beschleunigen, setzen wir nur bodenverbessernde Maßnahmen und erosionsmindernde Initialpflanzungen. Erste Pflanzungen erfolgen im Bereich der Dörfer, am Campingplatz und entlang des Seewegs, um Landschaft zu strukturieren, Räume zu zonieren und Erholungsorte frühzeitig zu integrieren. Aufgrund der aktuellen Standortbedingungen auf tertiären, sauren, schwefelhaltigen, nährstoffarmen Sanden am Nordufer ist eine genaue Prognose der Vegetationsentwicklung schwierig.

Ort
Zwenkau, Sachsen
Auftraggeberin
Zweckverband Neue Harth und SSZ GmbH
Leistung
LP 1-2
Zeitraum
2014-2015
Partner
labor 4+